Vielversprechendes Meeting von Athletenkommission und IOC-Vorstand

Der IOC-Vorstand und die IOC-Athletenkommission haben heute ihre jährliche gemeinsame Sitzung in Lausanne abgehalten. Das Treffen bot die Möglichkeit, ein ereignisreiches und produktives Jahr Revue passieren zu lassen, in dem viele wichtige Programme und Initiativen für Athleten ins Leben gerufen wurden, und einen Ausblick auf das Jahr 2020 mit dem Höhepunkt der Olympischen Spiele Tokio 2020 zu geben.  

Zu den besprochenen Themen gehörten die Richtlinien, die die IOC-Athletenkommission zu Regel 50 der Olympischen Charta entwickelt hat, deren Implementierung bei den Spielen, die Schaffung einer Arbeitsgruppe, die herausfinden soll, wie das Solidaritätsfinanzierungsmodell optimiert werden kann und wie Athleten direkt und indirekt unterstützt werden, sowie die Ergebnisse von Projekten, die die IOC AC im Jahr 2019 initiiert und geleitet hat.

Die Vorsitzende der IOC AC, Kirsty Coventry, kommentierte das vergangene Jahr wie folgt: „Aus den Entwicklungen 2019 ist das globale Netzwerk der Athletenvertreter gestärkt und geeint hervorgegangen. Dazu haben verschiedene Initiativen und Veranstaltungen beigetragen, die Athletenvertreter und Athleten unterstützen sollen, zum Beispiel Athletenforen und Telefonkonferenzen mit Athletenvertretern weltweit. Wir begrüßen es, dass immer mehr Sportler den Mut finden, ihre Ansichten zu äußern, und sehen können, dass ihre Meinung von unserer Kommission gehört wird und sich in den Prioritäten unserer Arbeit widerspiegelt.“

Richtlinien zur Regel 50

Die IOC AC führte im vergangenen Jahr einen ausführlichen Konsultationsprozess durch, um Richtlinien zu Regel 50 für Athleten zu entwickeln. Obwohl Regel 50 der Olympischen Charta seit vielen Jahren einen Rahmen zum Schutz der Neutralität des Sports und der Olympischen Spiele bietet, bestand der Wunsch nach klaren Richtlinien für die Sportler, um deutlicher zu machen, wann und wo sie ihre Ansichten während der Spiele äußern können. Die IOC AC hat daher ein Dokument verfasst, in dem die Möglichkeiten und auch der Rahmen beschrieben werden, die für Athleten während der Olympischen Spiele gelten. So sollte mehr Klarheit bezüglich Regel 50 und ihrer Umsetzung geschaffen werden.

Die von der IOC AC heute vorgestellten Richtlinien wurden vom Vorstand vollständig akzeptiert. Sie werden über die Athlete365-Plattform, die Nationalen Olympischen Komitees (NOCs) und das Netzwerk der Athletenkommissionen an alle Athleten verteilt. Das Dokument kann hier heruntergeladen werden.

Ursprünglich wurde Regel 50 ausgearbeitet, um sicherzustellen, dass der Schwerpunkt bei den Olympischen Spielen auf den Leistungen der Athleten, dem Sport und der internationalen Einheit und Harmonie liegt, die durch die Spiele gefördert werden sollen. Sie besagt: „In Olympiastätten, Veranstaltungsorten oder anderen Bereichen sind keine Arten von Demonstration oder politischer, religiöser oder rassistischer Propaganda erlaubt.“

Unterstützung der Sportler durch die Olympische Bewegung

Im April 2019 organisierte die IOC AC das Internationale Athletenforum, bei dem über 350 Athletenvertreter, darunter erstmals auch Vertreter der Nationalen Olympischen Komitees, zusammenkamen. Diese setzten sich drei Tage lang konstruktiv mit wichtigen Themen auseinander und erarbeiteten neun Schlüsselempfehlungen zur Stärkung der Athletenvertretung in der Olympischen Bewegung.

Empfehlung 2 sieht vor, das Solidaritätsfinanzierungsmodell fortzusetzen und zu stärken, da es allen Athleten aller 206 NOCs und aller Olympischen Sportarten dient. In diesem Zusammenhang wurde vereinbart, dass das IOC, die Internationalen Sportverbände und die NOCs die Finanzierung für alle Beteiligten noch transparenter gestalten und Ergebnisse klarer kommunizieren sollen. Dadurch erhalten Athleten einen Bezugspunkt, können die Umsetzung verschiedener verfügbarer Unterstützungsprogramme verfolgen und bekommen mehr Klarheit darüber, wie sie diese direkt oder indirekt nutzen können.

Zu diesem Zweck wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. Zur Arbeitsgruppe gehören IOC Sports Director Kit McConnell, IOC Director of NOC Relations James Macleod, ASOIF Executive Director Andrew Ryan, AIOWF Generalsekretärin Sarah Lewis und die Vorsitzende der IOC-Athletenkommission Kirsty Coventry.

Empfehlung 3 umfasst die Bereitstellung von 10 Mio. USD pro Olympiade als direkte Unterstützung des IOC für die NOC-Athletenkommissionen. Ab jetzt können NOCs einen Olympischen Solidaritätszuschuss in Höhe von 10.000 USD pro Jahr zur Finanzierung von Maßnahmen der Kommission oder für die Organisation von Wahlen und den Aufbau einer Kommission beantragen.

Karriereübergang

Karriereübergang, duale Karriere und Beschäftigungsfähigkeit von Sportlern waren weitere wichtige Themen. Der Vorstand wurde über die Ergebnisse des Athlete365 Career+ Forum vom 3. und 4. November in Lake Placid (USA) informiert, bei dem 100 Teilnehmer aus 47 Ländern diskutierten, wie Athlete365 Career+ den Übergang von einer Sportkarriere in den allgemeinen Arbeitsmarkt am besten unterstützen kann. 

2019 wurde auch der Athlete365 Business Accelerator gestartet. Diese innovative Partnerschaft mit dem Yunus Sports Hub wurde von der Olympischen Solidarität finanziert. Für die Athleten bedeutete das die Möglichkeit, an einem kostenlosen zehnstündigen, von Experten geführten Online-Business-Kurs und einem darauf aufbauenden Workshop auf dem jeweiligen Kontinent teilzunehmen. In den USA, Neuseeland und Jordanien fanden bereits die ersten drei Workshops statt.

Partnerschaft mit Airbnb

Im November 2019 unterzeichneten das IOC und Airbnb eine neunjährige Partnerschaft, die sich über fünf Spiele erstreckt, um die Olympische Bewegung bis 2028 zu unterstützen.

Zur Vereinbarung gehören die Olympischen Airbnb-Erlebnisse, die Sportlern direkte Verdienstmöglichkeiten bieten. Diese neue Kategorie soll Sportlern auf der ganzen Welt durch das Hosting wirtschaftliche Selbstbestimmung ermöglichen. Unterstützung und Schulung erfolgen über die IOC Athlete365-Plattform.

Darüber hinaus wird das IOC zusammen mit Airbnb auch Sportlern, die an den Olympischen und Paralympischen Spielen teilnehmen, Unterkunftsunterstützung im Wert von mindestens 28 Mio. USD für wettbewerbs- und trainingsbezogenes Reisen zur Verfügung stellen.

Athletenengagement 

Im vergangenen Jahr informierten sich mehr als 12.300 Athleten und Begleiter bei 15 internationalen Wettkämpfen und kontinentalen Spielen persönlich über die Möglichkeiten, die das IOC in verschiedenen Bereichen bietet. Insgesamt sind 70.000 Athleten und Begleiter bei Athlete365 registriert – eine einzigartige Gelegenheit zu sinnvoller wechselseitiger Kommunikation zwischen Athleten und dem IOC. 

Im vergangenen Jahr führte die IOC AC fünf Telefonkonferenzen mit dem globalen Netzwerk der Athletenkommission, sowie Konsultationen mit Sportlern durch, um die wichtigsten Probleme zu besprechen. Dazu gehörten Regel 50, Inklusion, Nichtdiskriminierung auf der Grundlage der Geschlechtsidentität, Anti-Doping-Maßnahmen und der russische WADA-Fall.

Die Wahl der IOC-Athletenkommission

Während der Olympischen Spiele in Tokio 2020 wählen die Athleten einen neuen IOC-AC-Vorsitzenden und vier neue Mitglieder. Die im Dezember 2019 bekannt gegebene vollständige Liste der 30 Kandidaten, die 30 Länder und 19 Sommersportarten vertreten, kann hier eingesehen werden.