IOC-Athletenkommission führt weltweite Telefonkonferenz mit über 150 Athletenvertretern zu Olympischen Spielen Tokio 2020

Die IOC-Athletenkommission (AC) führte gestern eine Telefonkonferenz mit über 150 Athletenvertretern aus der ganzen Welt durch. Diese Telefonkonferenz wurde eingerichtet, um nach der Verschiebung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio auf den 23. Juli 2021 weiteres Feedback zu sammeln und mittels Ihrer Athletenvertreter Ihre Fragen zu antworten.

Der IOC-Präsident und mehrere IOC-Direktoren waren anwesend und beantworteten Fragen zum Thema Qualifikationssysteme, Hitzeschutz, Olympic Solidarity, Dopingbekämpfung u.v.m.

  • Unter vorrangiger Berücksichtigung der Gesundheit von Athletinnen und Athleten sowie der öffentlichen Gesundheit wurde die Entscheidung für die neuen Termine frühestmöglich getroffen, um den Athleten, NOKs und IFs möglichst viel Zeit zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele Tokio 2020 im Jahr 2021 einzuräumen.
  • Alle bereits qualifizierten Athleten und Quotenplätze für die jeweiligen Athleten und NOKs bleiben nach dem gleichen Grundsatz gesichert, dass die NOKs letztlich die Delegation ihrer jeweiligen Teams bestätigen. Qualifizierungsereignisse und -systeme werden in Absprache mit den IFs angepasst, um den Prozess für die verbleibenden Plätze zu bestätigen.
  • Zu verschiedenen anderen behandelten Themen zählten unter anderem die Olympic Solidarity-Finanzierung, Kalenderanpassungen für Sportveranstaltungen im Jahr 2021, der Hitzeschutz bei den Olympischen Spielen und der olympische Wettkampfplan.

Vorwort von Kirsty Coventry

Ich möchte Ihnen allen für Ihre Beiträge zur Telefonkonferenz mit dem globalen Netzwerk von Athletenvertretern am Dienstag danken. Wie immer sind wir sehr daran interessiert, die Ansichten und Vorschläge von allen zu hören und sicherzustellen, dass wir weiterhin mit Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt zusammenarbeiten und diese vertreten.

Wie Sie inzwischen sicherlich gesehen haben, ist der neue Termin für die Olympischen Spiele der 23. Juli bis 8. August 2021.

Die WHO geht davon aus, dass Sommerspiele die größte Sicherheit gewährleisten werden. Wir wissen derzeit nicht, wann die Athleten in der Lage sein werden, vollumfassend zu trainieren und mit der Vorbereitung zu starten, sodass den Athleten durch Sommerspiele ein Höchstmaß an Zeit bleibt, um sich vorzubereiten und an den ausstehenden olympischen Qualifikationsveranstaltungen teilzunehmen.

Die IOC-AC freut sich, dass die Termine so schnell bestätigt werden konnten. Diese Bestätigung gibt den Athleten die Gewissheit, die sie benötigen, um ihre Planung für 2021 zu beginnen, und ermöglicht auch Ihnen, sich in dieser schwierigen Zeit darauf zu konzentrieren, sich selbst und Ihre Familien zu schützen.

Als Vorsitzende der IOC-Athletenkommission habe ich in den letzten Wochen an allen Gesprächen mit dem IOC-Vorstand teilgenommen, um diese Verschiebung und die neuen Termine zu besprechen, bevor ich mich den Athletenvertretern zuwandte, um deren Fragen zu beantworten. Ich bin auch Mitglied des Koordinierungsausschusses für Tokio 2020 und werde daher auch weiterhin die Ansichten und Bedürfnisse der Athleten zu allen Entscheidungen vertreten, die im weiteren Verlauf für die Planung der Spiele erforderlich sind.

Es war ermutigend, während der Telefonkonferenz davon zu hören, dass die kontinuierlichen Bemühungen des IOC-AC, sich transparent und sinnvoll mit der Athletengemeinschaft zu beschäftigen und Athleten weltweit zu unterstützen, von so vielen Athletenvertretern mit überwältigender Mehrheit anerkannt und geschätzt wurden.

Ebenso motivierend war es zu hören, dass die Grundsätze des IOC-AC bei der Erfüllung seiner Mission in allen Aspekten seiner Arbeit das ganze Jahr über, einschließlich des Mitwirkens an der Durchführung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio, hervorgehoben und unterstützt wurden. Die Wichtigkeit dieser Grundsätze wurde auch von einigen Athletenvertretern in der Telefonkonferenz angesprochen.

Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass wir auch in Zukunft an diesen Grundsätzen festhalten werden. Dies waren dieselben Grundsätze, die uns als IOC-Athletenkommission und IOC-Vorstand durch den Entscheidungsprozess im Zusammenhang mit der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio 2020 geführt haben. Ich bin stolz darauf, dass ich bei jeder Entscheidungsfindung die Ehre habe, Ihre Stimme, die Stimme der Athletinnen und Athleten, zu vertreten.

Wir werden Sie alle weiterhin in diesen sehr schwierigen Zeiten durch folgende Maßnahmen unterstützen:

  1. Aktive Kommunikation mit allen Athleten und Athletenvertretern der 206 Nationalen Olympischen Komitees (NOKs), der Internationalen Verbände (IFs) und der Kontinentalen Vereinigungen der Olympischen Komitees in der Zukunft; und
  2. Veröffentlichung regelmäßiger Updates für Sie auf Athlete365, Veranstaltung von Konferenzen und Miteinbeziehung via E-Mail.

Vielen Dank an alle Athletinnen und Athleten, die in den letzten Wochen Kontakt zu uns aufgenommen haben – es ist uns sehr wichtig, dass wir Sie vertreten und Ihrer Stimme Gehör verleihen. Bitte lassen Sie uns weiterhin an Ihren Gedanken und Ideen teilhaben.

Ich bitte Sie nochmals, gut auf sich und Ihre Familien aufzupassen und sich bei etwaigen Fragen an uns zu wenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Kristy Coventry Signature

 

 

 

Kirsty Coventry

 

Qualifikationssysteme

Wir wissen es sehr zu schätzen, dass alle IFs ihre olympischen Qualifikationsveranstaltungen ausgesetzt haben. Dies ist wichtig, da wir alle anerkennen, dass die Athletinnen und Athleten mit dem Training und der Vorbereitung sowie ihren persönlichen Umständen vor außergewöhnlichen Herausforderungen stehen. Es wurde vereinbart, dass weitere Qualifikationsveranstaltungen erst geplant werden sollten, wenn ein fairer Zugang und auch eine faire und angemessene Vorbereitung der am Wettbewerb beteiligten Athleten und Teams gewährleistet werden kann.

Wir empfehlen Ihnen, mit Ihrem IF zusammenzuarbeiten. Bei der Neuansetzung der Qualifikationsveranstaltungen sind Erwägungen mit Blick auf die Gesundheit und Sicherheit der Athletinnen und Athleten maßgeblich. Mit der Verschiebung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio auf das Jahr 2021 hat sich der Druck hoffentlich erübrigt, die ausstehenden Qualifikationsveranstaltungen unverzüglich neu planen zu müssen, und wir sollten uns gemeinsam die nötige Zeit nehmen und vorsichtig bei der Neuansetzung dieser Veranstaltungen vorgehen.

57 Prozent der Quotenplätze für die Spiele sind natürlich bereits vergeben, und diejenigen, die sich qualifiziert haben, werden ihren Platz getreu dem gleichen Grundsatz behalten, dass die NOKs letztendlich die Delegation ihrer jeweiligen Teams bestätigen werden. In manchen Sportarten können Altersgrenzen von bestimmten Athletinnen und Athleten erreicht und übertroffen werden. Wir werden individuell mit den IFs zusammenarbeiten, um entsprechende Anpassungen vorzunehmen und dies so schnell wie möglich zu klären.

Das IOC-TEAM arbeitet nun eng mit den IFs zusammen, um aufgrund der neuen Termine die notwendigen Anpassungen an den Qualifikationssystemen für Tokio 2020 abzuschließen. Diese folgen den ursprünglichen Grundsätzen des sport- und disziplinspezifischen Systems. Ziel ist es, diese in den kommenden Wochen abzuschließen.

Uns ist bewusst, dass im Sommer 2021 bereits mehrere Veranstaltungen in verschiedenen Sportarten geplant sind.

Wir befinden uns derzeit in mehreren laufenden Gesprächen mit zahlreichen IFs und NOKs, mit denen wir bis dato großartig zusammenarbeiten konnten, bspw. was die Neuansetzung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft anbelangt.

Es gibt auch eine spezielle Seite auf Athlete365 mit Links zu allen IF-Websites, damit Sie weitere Informationen beziehen können.

Olympic Solidarity-Finanzierung

Da die Spiele um zwölf Monate verschoben wurden, stellt sich die Frage, ob die Finanzierung über Olympic Solidarity in zahlreichen Programmen fortgesetzt wird.

Was die Unterstützung für Tokio anbelangt, so können wir bestätigen, dass die Olympic Solidarity-Stipendien bis 2021 fortgesetzt werden. Derzeit gibt es 1.600 Athletinnen und Athleten in 185 NOKs, die Stipendien erhalten. Auch die Stipendien für geflüchtete Athletinnen und Athleten, die Fördermittel zur Unterstützung von Teams und die Subventionen für die Olympischen Spiele von Olympic Solidarity werden bis 2021 verlängert. Zur Erinnerung: Die Fördermittel für die Aktivitäten der NOK-Athletenkommission, die 2019 angekündigt wurden, werden auch 2020 noch zur Verfügung stehen.

Hitzeschutz

Die vom Organisationskomitee Tokio 2020, dem IOC und den Internationalen Verbänden (IFs) vereinbarten und geprüften Schutzmaßnahmen gegen Hitze und widrige Wetterbedingungen werden auch 2021 vollständig umgesetzt.

Da die nächsten Spiele erst im kommenden Sommer stattfinden, werden wir diese Gelegenheit nutzen, um unsere Hitze- und Wetterschutzmaßnahmen zu testen und zu verbessern, damit ein System eingerichtet werden kann, das für alle Athleten und Zuschauer mehr Sicherheit und Nutzen bietet.

Zusätzlich zu den Informationen, welche die Athleten bereits auf Athlete365 erhalten, um der Hitze zu begegnen, werden wir auch Maßnahmen zur Minderung der Hitze veröffentlichen, die während der Spiele ergriffen werden.

Anti-Doping

Aufträge für Tests wurden in vielen Ländern aufgrund der Einschränkungsmaßnahmen in puncto Bewegungsfreiheit und Interaktion der nationalen Regierungen zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 verschoben oder annulliert. Die Priorität des IOC, die Gesundheit aller zu schützen und die Ausbreitung von COVID-19 zu bekämpfen, gilt auch für alle Personen, die an den Anti-Doping-Programmen weltweit beteiligt sind. 

Eine Reihe von Maßnahmen im Kampf gegen Doping wurden und werden weiterhin für den Schutz sauberer Athletinnen und Athleten ergriffen und stellen sicher, dass die Olympischen Spiele 2020 in Tokio und die Qualifikationsveranstaltungen unter den bestmöglichen Bedingungen stattfinden.

  1. Das IOC verfügt bereits vor den Spielen über eine von der International Testing Agency (ITA) beaufsichtigte Expertengruppe, an der Anti-Doping-Experten von internationalen Verbänden (IFs) und nationalen Anti-Doping-Organisationen (NADOs) in Absprache mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) beteiligt sind. Diese wird dazu beitragen, die Auswirkungen der reduzierten Tests zu mildern. Diese Expertengruppe wird neue Empfehlungen für das Testen potenzieller olympischer Athletinnen und Athleten vor dem Hintergrund der bestätigten Termine der Olympischen Spiele 2020 in Tokio abgeben und dann die Erfüllung der Testempfehlungen genau überwachen. Die WADA überwacht die Testprogramme – auch im Rahmen des aktuellen Kontexts – weltweit und wird sicherstellen, dass das System so schnell wie möglich wieder voll funktionsfähig wird, nachdem die verschiedenen Beschränkungen aufgehoben wurden. 
  2. Gemäß der Ankündigung durch den IOC-Präsidenten vom November 2019 werden vor den Spielen genommene Proben für zehn Jahre aufbewahrt, damit diese in Zukunft verwendet werden können, falls neue Analysemethoden zur Verfügung stehen. Die erfolgreichen erneuten Analysen von Proben der Olympischen Spiele in Peking 2008 und London 2012 haben eine zusätzliche Abschreckungswirkung, da sich zeigt, dass Athletinnen und Athleten, die in diesem Zeitraum der reduzierten Tests verbotene Substanzen einnehmen, auch noch in Zukunft ertappt werden können. Die WADA ermutigt Anti-Doping-Organisationen (ADOS) – NADOs und IFs – außerdem dazu, der Aufbewahrung von Proben, die nach der COVID-19-Pandemie genommen wurden, Priorität einzuräumen. Die WADA ermutigt ADOs zudem, während dieses Zeitraums Informationen zu sammeln, die in Zukunft verwendet werden können.
  3. Die vorolympische Expertengruppe wird diese Erkenntnisse nutzen, um ihren Testverteilungsplan im Vorfeld der Spiele und daraufhin die ITA bei den Spielen selbst entsprechend auszurichten. 
  4. Schließlich wird der Athlete Biological Passport (ABP) auch in den kommenden Wochen und Monaten ein wichtiges Programm bleiben, da dieser es ADOs ermöglichen wird, über einen gewissen Zeitraum anormale Ergebnisse bei Athletentests zu ermitteln, obgleich die geplanten Tests derzeit Lücken aufweisen.

Bitte werfen Sie auch einen Blick auf die ADO-Empfehlungen sowie Fragen und Antworten für Athletinnen und Athleten der WADA

Sicherheit bei den Spielen

Denken Sie unbedingt daran, dass die Spiele nur mit dem Einverständnis der WHO stattfinden werden. Die Verschiebung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio auf den Sommer 2021 schafft mehr als ein Jahr Zeit, um Behandlungsmethoden zu entwickeln und um eine effektive Gesundheitsversorgung bis zum Zeitpunkt der Spiele zu ermöglichen.

Die Sicherheit und Gesundheit der Athletinnen und Athleten sowie aller Beteiligten war und bleibt weiterhin unsere Priorität. Es wurde klargestellt, dass die Spiele nur in einer sicheren Umgebung für Sie und alle Beteiligten stattfinden werden.

Die WHO hat umfassende Empfehlungen zu Tests, Quarantänemaßnahmen, Tracing usw. in Verbindung mit der COVID-19-Pandemie bereitgestellt und wir haben eine All Partner Task Force mit der WHO, Tokio 2020 und den japanischen Gesundheitsbehörden eingerichtet, die auf Linderungsmaßnahmen fokussiert ist.

Wettkampfplan bei den Spielen

Der bestehende Wettkampfplan von Tokio 2020 wird als Grundlage für die Spiele im nächsten Jahr dienen. Es gilt mehrere Faktoren zu berücksichtigen, einschließlich der Verfügbarkeit von Veranstaltungsorten. Allerdings wird der Wettkampfplan nach Möglichkeit unverändert bleiben.

Kontinuierliche Kommunikation

Im Rahmen unserer kontinuierlichen Bemühungen, Sie über die Auswirkungen von COVID-19 bestmöglich auf dem Laufenden und neuesten Stand zu halten, werden wir hier auch weiterhin die neuesten Informationen und Ratschläge für Athletinnen und Athleten veröffentlichen.

Es ist wichtig, dass Sie weiterhin mit glaubwürdigen Informationen, die direkt von der WHO stammen, auf dem Laufenden bleiben. Diese Informationen finden Sie hier.

Wir zählen auf Ihre Unterstützung und Hilfe, damit alle Athletinnen und Athleten mit korrekten und glaubwürdigen Informationen versorgt sind. Bitte teilen Sie diese Mitteilungen mit anderen Athletinnen und Athleten und schicken uns Ihr Feedback und Ihre Fragen per E-Mail an Athlete365@olympic.org oder über die Athlete365 Community App.